24 August 2015

"From Africa the winds they talk of changes coming"

"The fishing boats go out across the evening water
Smuggling guns and arms across the Spanish border
The wind whips up the waves so loud
The ghost moon sails among the clouds
Turns the rifles into silver on the border"
Al Stewart, On The Border (1977)

09 August 2015

Sommer ohne Ende

Sommerferien. Sommer, Sonne, Kaktus - im Havelland, in Berlin. Wir haben Sonne satt und zwischendurch auch mal Gewitter. Temperaturen um die 35 Grad. Und gut, dass unser Radio auch einen iPhone-Anschluss hat. So können wir statt Radio unsere Loungemusik hören. Sonst würden wir trotz des besten aller möglichen Sommerwetter depressiv werden. Denn im Radio hören wir nur Warnungen .. und Katastrophenmeldungen aus Berlin.

Ich liege auf unserem Palettenstapel und richte das Kissen unter mir so, dass zwischen dem Himmel und mir nur die Sonnenblumen sind. Und höre Warnungen aus dem Radio. Vor Waldbrand, Bewegungen im Freien, Pollenflug, Ozon, Ertrinken im See, Verdursten.
Kurz: dem Leben im Sommer.


Und ich höre die Nachrichten: Zum Landesamt für Gesundheit und Soziales (vulgo: Gesundheitsamt) gibt es kein Durchkommen mehr. Denn der Senat hat sich ausgedacht, hier die Erstaufnahmestelle für Asylbeweber einzurichten. In Berlin Moabit, unserem Vorzeigeintegrationskiez, der zu Berlin Mitte gehört. Das Landesamt gehört dem Sozialsenator Czaja (CDU). Bezirksbürgermeister ist Christian Hanke (SPD Mitte). Bundestagsabgeordnete für Mitte ist Eva Högl.

Das LaGeSo ist überlaufen von Einwanderern, illegalen und legalen. Es herrscht Chaos wie in den meisten Kommunen, weil die Kapazitäten nicht ausreichen. Weder für die Antragsbearbeitung noch für die Versorgung und Unterkunft. So ist das: Sonntags halten Bundes- und Landespolitiker moralische Reden, ab montags überlassen sie die Kommunen und Nachbarn sich selbst. Der Grüne MP Kretschmann hatte sogar die glorreiche Idee, den Flüchtlingen alle Rechte zuzugestehen, zur Unterkunft verwies er sie aber gen Nordosten - weil da so viel leer steht.

Im Garten des LaGeSo gibt es für die Hundertschaft zwei Toiletten. Man kann sich vorstellen, wie es dort aussieht. Nein, lese ich den Tagesspiegel, hätte ich mir das doch nicht vorstellen können. Ich will keine verkrusteten Toiletten, ich will Sonnenblumen und Sonnenaufgänge im Havelland.


Wurde Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann von ihrer Klientel noch gefeiert - für all ihren Dilettantismus in Sachen Soziales und Organisation - ist das Publikum heute schon weiter. Damit Christian Handke seinen Urlaub nicht unterbrechen muss, hat sich der linke Twittermob einen anderen Dummen gesucht gegen den er hetzen kann: Den Sozialsenator.

Es ist die Stunde der Twitterhelden, ihr Anführer ist O. Höfinghoff, der sich für einen "Riotbuddha" hält (https://twitter.com/Riotbuddha). Er erstattet - als einer von vielen, nicht als erster- Anzeige gegen Czaja.

H. nennt sich in seiner Anzeige selbst nicht als Zeugen. Als einzige Erklärung fällt mir dazu sein, dass er selbst gar nicht vor Ort ist. Er sitzt an seinem Rechner und verrichtet sein gutes Werk. Das besteht darin, andere ultimativ zur Hilfe für die "Refugees" aufzufordern und alle, die nicht seiner Meinung sind als Nazis zu beleidigen. ("Reg selbst kann leider nicht mitkommen, da er es böse an der Wirbelsäule hat.") Der Mann ist eigentlich zu alt für pubertäre Geltungssucht, aber in Berlin kultivieren wir ja die offene Therapie. Hier kann jeder wie er will und die Touristen finden das ja gut.

Die finden sicher auch Lothar Riemann gut, für den es "Kommunistenehre" ist, seine Altkleider zu "spenden" (Link). Er bleibt beides schuldig: einen Plan, wie es weitergehen soll und zu erklären, was die Begriffe "Kommunist" und "Ehre" miteinander zu tun haben sollen.

All diese gestörten Narzissten, die in den Flüchtlingen vor allem eine Gelegenheit, für gute Selbst-PR sehen, die Schuldgefühle gegenüber der Gesellschaft, irgendwohin projizieren müssen, nutzen die eklatanten Versäumnisse der Politik, die diese Zustände zu verantworten hat:

  1. Schlampige Ressourcenplanung bei der Ausstattung der Erstaufnahmestellen.
  2. Infolgedessen monatelange Antragsbearbeitung, obwohl alle wissen: 90% der Asylanträge sind unberechtigt, da aus sicheren Herkunftsländern. 
  3. Infolgedessen unmenschliche Zustände in den Unterkünften: Hitze, Mangel, Unhygiene, Gewalt.
  4. Versmischung von Asylrecht und Einwanderungspolitik.
  5. Infolgedessen werden die Begriffe Asyl, Einwanderer usw. zum neuen Tabu erklärt. Man darf nicht einmal die praktizierte Verwaltung kritisieren, ohne als "rechts" tituliert zu werden.

Der erste Schritt wäre also -darauf kommt jeder, der mit beiden Beinen in der Realität -sprich: Berufsleben- steht: Eine schnelle Vorsortierung der Antragsteller nach Herkunftsländer. Denn die Unberechtigten stehlen den Berechtigten eine zügige Anerkennung.

Sozialsenator Czaja überlegte sich im Urlaub eine andere Sofortmaßnahme: Zur Entlastung des LaGeSo (und seiner Mitarbeiter, deren Dienstherr er ist), dient ab sofort die Polizei Moabit als Erstaufnahmestelle. Als hätte die Polizei Moabit mit ihrer Klientel nicht genug zu tun. Dann trommelte der Regierene Müller seinen Senat zusammen und beschloss, eine Kaserne in Karlshorst -also janz weit draußen - zu einem Flüchtlingslager umzufunktionieren. Im Grunewald, z. B. in Nachbarschaft eines gewissen Joseph Fischer oder Christian Ströbele, war wohl gerade nichts frei..

Eva Hoegl, Bundestagsabgeordnete der SPD Moabit, hat derweil auch besseres zu tun, als Decken und Schnuller nach Moabit zu bringen:


Die handelnden Politiker wissen ganz genau was sie da tun und unterlassen: Sie erhöhen die Temperatur im Kessel. Bis die Mittelschicht durchdreht:

  • Schulen, Turnhallen und Kitas verrotten und schließen.
  • Autobahnen und S-Bahnen werden monatelang gesperrt, weil sie verrotten.
  • Wir finanzieren die Rettung von Banken, Renten usw. anderer Länder.
  • SPD Abgeordnete aus Kreuzberg posieren mit Varoufakis für Selfies auf Twitter ("Eine Begegnung").
  • Wenn wir mal für uns selbst etwas fordern, gelten wir als rechts.
  • Die Umverteiler, von denen die meisten von öffentlichen -also unseren- Geldern leben, fühlen sich von uns, die ihnen ihre Ideale finanzieren, auch wenn sie stets versagen, provoziert.
Neuerdings müssen wir Mittelschichtler uns auch von GEZ-finanzierten tagesthemen- und Wort-zum-Sonntag-Predigerinnen beschimpfen lassen.

Die SPD hat unter ehemaligen Mitgliedern inzwischen einen Spitznamen, den ich hier nicht nennen kann, weil ich mich damit angreifbar machen würde. Der Spitzname ist aber an die alternative Bezeichnung früherer BMW 3er angelehnt.

Im Rückblick muss man sagen: Die Flüchtlingswelle ist auch Folge einer miserablen Außenpolitik der europäischen Staaten. Von Guido Westerwelle bis Frank Walter Steinmeier. Die haben nichts verstanden obwohl sie überall waren. Meist aber nur um zu wiederholen, was in der Zeitung stand. Und um zu sagen, dass Frieden besser wäre als Krieg.

Der arabische Frühling 2011 hat die Gatekeeper Nordafrikas weggefegt, seitdem blüht das Geschäft der Menschenhändler. Die EU hat auch in Syrien versagt und gegen den IS, den sie offiziell immer noch mit Integrationskursen a la Berlin Moabit bekämpfen will. 

Kanzlerin Merkel sagt zu all dem: Nichts. Wie üblich.

Nächstes Jahr sind Landtagswahlen in Berlin. In Karlshorst werden Höfinghoff und Riemann dann sicher "gegen Rechts" aufmarschieren. 
Übernächstes Jahr Bundestagswahlen. Da freue ich mich jetzt schon drauf. 

20 Juli 2015

"Gesellschaft" - das nervigste soziale Konstrukt aller Zeiten

Wenn es ein "soziales Konstrukt" gibt, und das geht an die Proper Genders, das uns alle dominiert, tyrannisiert und uns von morgens bis abends in die Ohren trötet, dann ist es der Begriff von der "Gesellschaft".

"Gesellschaft" klingt nach Geselligkeit, nach Jubel, Trubel, Heiterkeit auf möglichst hohem Niveau. Nach einem geschlossenen Raum, in dem mich alles irgendwie angeht, was darin passiert. Wobei ich mit "passieren" meine, was einer dem anderen antut oder einer sich vom anderen "betroffen" fühlt.

Die Gesellschaft begegnet mir dabei nur in den Medien. Im Zug, am Bahnhof, auf der Arbeit, beim Einkaufen, auf der Straße sehe ich nur Leute, die möglichst wenig miteinander am Hut haben wollen. Aber das Fernsehen zwingt sie allabendlich in ein Konstrukt, das den Medien und den darin auftretenden Politikern einen Vorwand liefert, mich mit den Angelegenheiten anderer Leute belästigen zu dürfen. Unterbrochen nur von etwas noch Lästigerem, das mich genau so wenig angeht, der Reklame.

Die die Gesellschaft postulieren reden ununterbrochen nur von Dingen, von denen sie keine Ahnung haben. Grüne reden über die Natur, Sozialpolitiker über soziale Brennpunkte, Finanzpolitiker über Finanzkrisen und Bahnvorstände über das Zugfahren. Und natürlich alle möglichen Minderheiten, die eigentlich niemanden interessieren. Von denen wir nichts wüssten und die wir selbstverständlich sowieso in Ruhe ließen, wenn sie sich nicht in jeden Schuss eines Irren werfen würden um sich anschließend lauthals "betroffen" fühlen zu dürfen.

Sie alle tun so als wollten sie nur unser Bestes. Als seien sie die Helden, die sich selbstlos für eine gute Sache einsetzten. Tatsächlich sind sie weder selbstlos noch ist ihre Sache gut. Sie sind narzisstisch gestört und fordern mit streng überheblichem Blick und schriller Stimme "Solidarität" ein für die, die "Teilhabe" haben wollen.

"Gesellschaft" und "Solidarität" also. Früher nannte man das in Kombination "Gemeinschaft". Schreiben Sie aber mal "Gemeinschaft" auf ein Wahlplakat und zählen die Sekunden, bis der erste Passant Sie als "rechts" bezeichnen wird.

Gemeinschaft adressiert nämlich nicht nur Ansprüche, sondern auch Verpflichtungen. Und zwar Verpflichtungen für die, die Solidarität in Anspruch nehmen. Nicht neue Verpflichtungen, die ohnehin schon geben.

Kein Gärtner, der sich am Wochenende mit dem Zurückschneiden von Grünzeug beschäftigt und sich über abgebissene Blüten ärgert, käme auf die Idee die Natur für bedroht zu halten. Keine Krankenschwester, keine Kindergärtnerin und keine Verwaltungsangestellte auf dem Sozialamt käme auf die Idee, dass der Mensch ein selbstloses, ausschließlich altruistisches hilfsbedürftiges Wesen ist. Kein Kollege, kein Vater, keine Mutter, niemand, der eine Aufgabe hat, kommt auf die Idee, sich ausschließlich über die Probleme anderer Leute zu definieren. Und natürlich käme keine Hebamme und kein Arzt auf die Idee, dass das Geschlecht ein soziales Konstrukt sei.

Was ein künstliches Konstrukt ist, ist der Begriff "Gesellschaft".  Aufzuhören, ihn zu verwenden, wäre ein erster Schritt zur Besserung.

24 Juni 2015

Totales Recycling

In einer Welt mit 100% Recycling ist jedes Produkt nur noch das momentane Release einer gestalteten Stoffkombination.

In der Biologie ist das bereits so.

20 Juni 2015

"Wir sind Kapitalanlagevertreter" - Erfahrungen auf einer Berliner Eigentümerversammlung

"Hier sehen Sie den Zustand Ihrer Heizungsanlage. Sieht eher aus wie eine Tropfsteinhöhle: Das Warmwasserrohr zur Unterverteilung war genau über dem Sicherungskasten für die Pumpen undicht. Es tropfte rein, Kurzschluss, Pumpenausfall und Sie hatten kein warmes Wasser.". Wir befinden uns auf einer Eigentümerversammlung von Kunden der Industria Wohnen in Berlin. Der das sagt ist  Energieberater, wir müssen beschließen, wie wir mit der maroden Heizungsanlage umgehen, die uns die Industria hinterlassen hat.

Die Vertreter der Frankfurter Immobiliengesellschaft Industria, von der wir alle vor wenigen Jahren gekauft haben, sitzen unter uns. Und schweigen. Man muss sie trotz ihrer Bedeutung für die Versammlung auffordern, sich vorzustellen, sonst würden sie wie in den vorigen Jahren einfach schweigen, siegen, gehen. Sie vertreten die Mehrheit an Stimmrechten auf unserer Versammlung.

Die Industria hat ihre Wohnungen verkauft und hat dennoch die Mehrheit auf der Eigentümerversammlung. Wohnungen verkaufen, Mängel verschweigen und nie dafür haften. Jedenfalls nicht auf Betreiben der Eigentümerversammlung. Hier sagt sie nein. Industria Wohnen (Sitz: Frankfurt Main) verkauft von einer Anlage weniger als die Hälfte aller Wohnungen an Eigennutzer. Die Mehrheit verkauft sie an Vermieter und bietet ihnen dabei als Dienstleistung die Vertretung auf der Eigentümerversammlung an. So wie eine Bank die Depotstimmrechte ihrer Anleger auf der Hauptversammlung wahrnimmt. Die Vermieter sitzen in unserem Fall quer durch Deutschland verteilt, oder außerhalb Deutschlands. Da reist man nicht gerne an und hört sich Klagen  der Bewohner über Mängel oder Wartungsversäumnisse an. Die Rendite muss stimmen. Wie gut die "Kapitalanleger" von ihrer Vertretung Industria über den Zustand ihres Anlageobjektes informiert werden, wissen wir nicht.

Die Industria ist eine Tochter der Degussa-Bank, ihr Anlagegeschäft betreibt sie zusammen mit der M. M. Warburg. Kein leichter Gegner.

Jedes Mal wenn es um die Interessen der selbstnutzenden Eigentümer geht, wirft die Industria auf der Versammlung die Mehrheit ihrer Nein-Stimmen in die Waagschale und blockiert.

Aber das ist noch nicht alles. Kurz nachdem alle Wohnungen verkauft waren stellten die neuen Anwohner Wasseransammlungen fest, wo sie nicht hingehören: Wenn es geregnet hat, strömt es vom Dach auf den Gehweg. Und zwar nicht entlang der Regenrinne. Auch in der Tiefgarage sammelt sich Wasser. Und wie gesagt, fällt öfter mal die Heizung und das Warmwasser aus.

Die Frage lautet also: Was ist die Ursache? Weitere Fragen: Wer hat sie zu verantworten? Und wusste die Industria dies beim Verkauf?

Um dies herauszufinden verkrachte sich der erste Beirat mit der Immobiliengesellschaft und der von ihr installierten Hausverwaltung. Irgendwann verlor die Hausverwaltung ob unserer Hartnäckigkeit die Nerven und dankte ab. Der neue Hausverwalter bestellte sogleich einen Anwalt, der uns hinsichtlich einer Vorgehensweise zur Ermittlung der Schäden und unserer Ansprüche bis heute berät.  Als ein Gutachter bestellt werden sollte, nannte die Industria dies "Zeitverschwendung", es gebe bei den Wassereinbrüchen nichts zu entdecken, sollte das heißen. Als das Gutachten schwere Mängel bei der Abdichtung des Gebäudes gegen die Tiefgarage feststellte, kritisierte der Anwalt, den von nun an die Industria auf jede Versammlung mitbringt, das Gutachten. Wie man das so kennt. Es müsse ein zweites Gutachten her..

Im November sprachen beide Anwälte davon, dass sie kurz vor einer Einigung seien. Gestern war wieder Versammlung und passiert war: nichts. Jedenfalls nichts Fortschrittliches. Wir drohen mit Klagen auf Nachbesserung oder Rückkauf. Die Industria lehnt ab. Sie lehnt die Schadensregulierung ab. Sie lehnt die Jahresabrechnung ab. Und sie lehnt die Entlastung des Hausverwalters ab. Und wenn sie ablehnt, lehnt die Mehrheit ab.

Und so steht unser Häuserblock, der Ende der 80er Jahre mal Vorzeigeobjekt auf der Internationalen Bauausstellung war, immer noch mit seinen Schäden da.

Das Problem mit der maroden Heizungsanlage, die uns die Industria verkauft hat, haben wir gestern so gelöst, dass wir die Energieversorgung in die Hände eines Energiedienstleisters legen wollen. So sparen wir uns die zigtausend Euro für den Abbau des Wartungsstaus.

Kaufinteressenten, die in ihrer eigenen Wohnung wohnen wollen, kann man vor der Industria Wohnen eigentlich nur warnen. Derzeit bietet sie Objekte an in: Köpenick, Charlottenburg, Zehlendorf (Link). Zeit, dass mehr Leute davon erfahren.

18 Juni 2015

Bonmot von der Tesla Hauptversammlung

Frage an den Tesla Gründer Elon Musk: "Wie kann ich Vice Chair in Ihrem Board werden?".

Seine Antwort: "Solche Rollen haben wir hier nicht."